Ratgeber

ERP-Einführung: 7 typische Fehler — und wie Sie sie vermeiden

Eine ERP-Einführung ist kein IT-Projekt — sie verändert, wie Ihr Unternehmen arbeitet. Die meisten Probleme entstehen nicht durch schlechte Software, sondern durch vermeidbare Fehler in der Planung und Umsetzung.

01

Kein klares Ziel definiert

Viele Unternehmen starten ein ERP-Projekt mit dem vagen Wunsch "die Prozesse zu digitalisieren". Ohne konkrete, messbare Ziele — z.B. "Auftragsbearbeitung von 3 Tagen auf 4 Stunden reduzieren" — fehlt die Grundlage für Priorisierung, Scope-Management und Erfolgsbeurteilung.

Praxis-Tipp: Definieren Sie vor Projektstart 3–5 messbare Ziele. Nutzen Sie diese als Kompass für jede Entscheidung im Projekt.

02

Zu viel auf einmal einführen

Der Wunsch, sofort alle Module gleichzeitig live zu schalten, ist verständlich — aber riskant. Jedes Modul verändert Arbeitsabläufe. Wenn alles gleichzeitig umgestellt wird, entsteht Überforderung im Team und Fehler potenzieren sich.

Praxis-Tipp: Starten Sie mit den Kern-Modulen (z.B. CRM + Buchhaltung), stabilisieren Sie diese, und erweitern Sie dann schrittweise. Ein typischer Rollout über 3 Phasen funktioniert deutlich besser als ein Big Bang.

03

Die Fachabteilungen nicht einbeziehen

Wenn die IT oder Geschäftsführung das ERP-Projekt allein vorantreibt, werden die tatsächlichen Nutzer übergangen. Die Folge: Das System bildet nicht die realen Arbeitsabläufe ab, und die Akzeptanz sinkt.

Praxis-Tipp: Benennen Sie Key-User aus jeder betroffenen Abteilung. Diese sollten von Anfang an in Workshops, Tests und Abnahmen eingebunden sein — nicht erst beim Go-Live.

04

Datenqualität unterschätzen

Die Migration bestehender Daten ist oft der aufwändigste Teil einer ERP-Einführung. Dubletten, fehlende Felder, inkonsistente Formate — wenn diese Probleme erst beim Go-Live auffallen, wird es teuer und stressig.

Praxis-Tipp: Planen Sie 20–30% des Projektbudgets für Datenbereinigung und -migration ein. Starten Sie die Datenaufbereitung parallel zur Konfiguration, nicht danach.

05

Den Implementierungspartner falsch wählen

Der günstigste Anbieter ist selten der beste. Entscheidend sind Branchenkenntnis, Referenzen in Ihrer Unternehmensgröße und die Fähigkeit, Ihr Geschäftsmodell zu verstehen — nicht nur Software zu konfigurieren.

Praxis-Tipp: Achten Sie auf Referenzen in Ihrer Branche und Größenklasse. Vereinbaren Sie ein Erstgespräch, in dem der Partner vor allem Fragen stellt — wer nur präsentiert, hat Ihr Geschäft noch nicht verstanden.

06

Schulungen als Nachgedanke behandeln

Ein ERP-System ist nur so gut wie die Menschen, die es nutzen. Wenn Schulungen zu kurz kommen oder erst nach dem Go-Live stattfinden, entsteht Frust und die Mitarbeiter fallen auf alte Workarounds zurück.

Praxis-Tipp: Planen Sie Schulungen in 2 Runden: Grundlagenschulung vor dem Go-Live und vertiefende Schulungen 4–6 Wochen danach, wenn die ersten echten Fragen aufgetaucht sind.

07

Keinen Plan für die Zeit nach dem Go-Live

Die Einführung endet nicht mit dem Go-Live. Die ersten 8 Wochen danach sind entscheidend: Es tauchen Sonderfälle auf, Prozesse müssen nachjustiert werden, und das Team braucht Unterstützung.

Praxis-Tipp: Vereinbaren Sie mit Ihrem Partner einen Hypercare-Zeitraum von 4–8 Wochen nach Go-Live mit garantierten Reaktionszeiten. Planen Sie intern reduzierte Arbeitsbelastung für Key-User in dieser Phase.

Die gute Nachricht

Alle diese Fehler sind vermeidbar — wenn Sie sie kennen, bevor Sie starten. Die meisten gescheiterten ERP-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Vorbereitung. Investieren Sie 20% mehr Zeit in die Planung, und Sie sparen 50% der Nachbesserungen.

ERP-Einführung richtig angehen

Wir begleiten Sie von der Planung bis zum Go-Live — und darüber hinaus. In einem Erstgespräch klären wir, worauf es in Ihrer Situation ankommt.

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