10. Januar 2026
Die 5 häufigsten Fehler bei der ERP-Einführung
Warum viele ERP-Projekte scheitern — und wie Sie es besser machen. Aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.
Von PISTA Consulting
Fehler 1: Erst die Software aussuchen, dann überlegen wozu
Der häufigste und teuerste Fehler. Ein Unternehmen entscheidet sich für ein ERP-System und sucht dann nach Gründen, es einzuführen. Der richtige Weg ist umgekehrt: Erst klären, was sich verbessern soll, dann die passende Software auswählen.
Eine gute Nutzen-Berechnung beantwortet drei Fragen:
- Wo verlieren wir heute Zeit und Geld?
- Was lässt sich konkret verbessern?
- Ab wann hat sich die Investition gelohnt?
Fehler 2: Alles auf einmal
18-Monats-Projekte, die alles gleichzeitig einführen wollen, scheitern mit hoher Wahrscheinlichkeit. Zu viele Baustellen, zu viel Veränderung auf einmal, zu lang der Zeitraum ohne sichtbare Ergebnisse.
Besser: Fangen Sie mit den Abläufen an, die den größten Unterschied machen. Liefern Sie schnelle Ergebnisse. Bauen Sie dann schrittweise aus.
Fehler 3: Die Mitarbeiter nicht mitnehmen
Die beste Software hilft nichts, wenn die Mitarbeiter sie nicht nutzen. Eine ERP-Einführung ist zu 30% Technik und zu 70% Veränderung im Arbeitsalltag. Investieren Sie in Schulungen, beziehen Sie wichtige Mitarbeiter früh ein, und nehmen Sie Bedenken ernst.
Fehler 4: Zu viele Sonderwünsche
Jede Sonderanpassung macht das System komplexer, teurer in der Pflege und schwieriger zu aktualisieren. Fragen Sie bei jeder Anpassung: Bringt uns das wirklich genug, um den Aufwand zu rechtfertigen? In 80% der Fälle lautet die Antwort: Nein.
Fehler 5: Nach dem Start aufhören
Der Go-Live ist der Anfang, nicht das Ende. In den ersten Wochen und Monaten zeigen sich die echten Herausforderungen. Planen Sie Unterstützung für die Zeit danach ein — oder sichern Sie sich eine laufende Betreuung, damit jemand da ist, wenn Fragen auftauchen.
Fazit
ERP-Einführungen scheitern selten an der Technik. Sie scheitern an falschen Erwartungen, fehlender Priorisierung und mangelnder Nachbetreuung. Ein klarer Plan mit Nutzen-Berechnung, schnellen ersten Ergebnissen und laufender Betreuung danach macht den Unterschied.